Nidderau-Borussen halten Erinnerung an jüdische Familien in Heldenbergen wach


Nidderau-Borussen halten Erinnerung an jüdische Familien in Heldenbergen wach

Viel Schwarz-Gelb war unter den über 50 Teilnehmern eines Rundgangs auf den Spuren jüdischer Familien zu sehen, die sich am Dienstag, den 6. Juni 2017, trotz anfänglichen Regens in Nidderau-Heldenbergen eingefunden hatten.

Darunter waren nicht nur Mitglieder der gastgebenden Nidderau-Borussen, sondern auch der befreundeten Mainborussen aus Aschaffenburg sowie Konfirmanden der örtlichen Evangelischen Brückengemeinde und andere Geschichtsinteressierte.

Zwei hauptamtliche Fanbeauftragte von Borussia Dortmund waren anlässlich der Veranstaltung im fünften Jubiläumsjahr der Nidderau-Borussen aus Deutschlands Fußballhauptstadt angereist. Daniel Lörcher ist Leiter der Abteilung Fanangelegenheiten. Alexander Winkler dient als Ansprechpartner für alle Fancubs.

Die Historikerin Monica Kingreen, die sich eingangs als langjährige Dortmunderin und Anhängerin des BVB zu erkennen gab, gewährte anschaulich und eindrucksvoll Einblicke in das Leben jüdischer Familien in Heldenbergen vor und während der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Dabei ging die Gruppe die früheren Wohnhäuser Heldenberger Juden ab.

So erfuhren die Zuhörer nicht nur vom Schicksal der Familie Scheuer, die in der Straubelgasse zu Hause war. Dort erinnern vier sogenannte „Stolpersteine“ an Manuel, Sara, Erna und Hedwig Scheuer – pflastersteingroße Messingtafeln, für deren Reinigen und Polieren die Nidderau-Borussen schon vor Jahren eine Patenschaft übernommen haben.

Bei deren Verlegung in den Jahren 2008 bis 2011 hatte Frau Kingreen ihre Kenntnisse zur Verfügung gestellt und mit Ralf Grünke zusammengearbeitet, Mitglied der Nidderau-Borussen und damaliger Koordinator der Initiative Stolpersteine in Nidderau.

Im Anschluss an die Führung durch Heldenbergen öffnete Pfarrer Markus Heider dankenswerterweise die Räumlichkeiten des Gemeindehauses der Brückengemeinde für eine kleine Gesprächsrunde. Frau Kingreen beantwortete Fragen zum Rundgang sowie zum Internetportal www.vor-dem-holocaust.de, das sie initiiert hat und das Alltagsleben jüdischer Menschen in ihren hessischen Heimatorten dokumentiert. Stille herrschte, als ein Zeitzeuge aus dem Publikum spontan seine persönlichen Erinnerungen an die Deportation jüdischer Familien aus Heldenberger schilderte.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Peter Schmitt, Vorsitzender der Nidderau-Borussen, bei Frau Kingreen, die zudem von den beiden anwesenden Fanbeauftragten einen schwarz-gelben Fanschal überreicht bekam. Die Historikerin revanchierte sich mit einem Exemplar ihres Buches „Jüdisches Landleben in Windecken, Ostheim und Heldenbergen“.

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