Kurz vor Saisonende: Nidderau Borussen polieren Stolpersteine


Fußballfans haben mehr im Kopf als das runde Leder. Das stellten die Nidderau Borussen zwei Tage vor dem Saisonfinale in der Bundesliga unter Beweis. Die Mitglieder des Nidderauer Fanclubs von Borussia Dortmund polierten Gedenksteine in Heldenbergen und erinnerten so an die Familie Scheuer.

Am unteren Ende der Straubelgasse an der Ecke zur Bahnhofstraße führten Manuel und Sara Scheuer eine koschere Metzgerei mit Schlachthaus. Im September 1942 wurde die Familie deportiert. Die Eltern kamen im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben. Die erwachsenen Töchter Erna und Hedwig wurden in Treblinka ermordet.

Bereits im November 1938 wurden die jüdischen Männer am Ort zeitweise ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Später versuchte jemand, das Anwesen der Scheuers mit einem Lastkraftwagen einzureißen, weil es sich um ein „Judenhaus“ handelte.

Heute finden sich in der Straubelgasse vier sogenannte „Stolpersteine“ mit den Namen von Manuel, Sara, Erna und Hedwig Scheuer. Die pflastersteingroßen Messingtafeln gehören zu einem Erinnerungsprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig.

Der Bildhauer verlegte in den Jahren 2008 bis 2011 insgesamt 80 Gedenksteine in Windecken, Ostheim und Heldenbergen zum Gedenken an Opfer der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft. Vor Ort koordinierte die Initiative Dr. Ralf Grünke, Politikwissenschaftler und Mitglied der Nidderau-Borussen.

Den Stolpersteinen für die Familie Scheuer verhelfen die Nidderau-Borussen seit Jahren jedes Frühjahr zu neuem Glanz.

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